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--------------------------------Was ist eine Spinnenphobie?-----------------------

 

Ein dicker, fetter Klos wandert den Hals hinauf. Atemnot. Die Hände werden nass. Schweißausbruch. Und obwohl man die Spinne sieht, dieses riesige, haarige Ding, hat man die ganze Zeit das Bedürfnis, sich über die Klamotten zu fahren, es könnte ja sonst noch irgendwo irgendwas herumkrabbeln. Es ist ganz eindeutig der Anflug einer Panikattacke und die nächste Stufe bahnt sich bereits an: Schreien, abhauen.

 

Aber weil Spinnenvater Giovanno Neigert so ruhig und gelassen ist, reißt man sich zusammen. „Wenn man sich genau mit den Tieren beschäftigt, muss man kein Angst haben“, sagt er beruhigend und betrachtet das haarige Monstrum einer Spinne auf seinem Handgelenk. Der Feuchtwanger ist seit einem Monat mit seinen Spinnen (darunter auch die größte Vogelspinne der Welt), Skorpionen und anderen wirbellosen Kreaturen auf Tour. Gestern war er mit seinen 160 Terrarien und 500 Tierchen in der Lindenhalle.

 

Für Giovanno Neigert sind die Sonntagstouren die Finanzierung seines Hobbys, das einen ganzen Kellerraum einnimmt und viele Heuschrecken und Geld frisst. Für die Gäste ist es irgendetwas zwischen Unterhaltung, Bildungsausflug und Angsttherapie. Denn Giovanno Neigert holt die Spinnen nicht nur aus dem Terrarium, man darf sie auch mal auf die Hand nehmen.

 

 

 

Als Neigert den Deckel eines Terrariums öffnet, bildet sich sofort eine Traube um ihn. Aber mit respektvollen Abstand. Es ist Faszination und Ekel gleichzeitig. Eine Frau tritt mutig in den Sicherheitsabstand und nimmt die Spinne auf die Hand. „Ja, du hast doch eigentlich Angst vor Spinnen!“, staunt ihr Begleiter. „Ja, aber die sind irgendwie so flauschig“, sagt sie, offensichtlich selbst überrascht.

 

Das ist der Hamster-Effekt, erklärt Giovanno Neigert: „Die haarigen Spinnen rufen nicht so viel Ekel hervor, wie die nackten. Sie erinnern irgendwie an ein Haustier.“ Er selbst ekele sich vor den schwarzen, Winkelspinnen mit den dünnen, langen Beinen. Aber die flauschige grammostola spatulata mit den weißen Härchen weckt Zuneigung bei ihm.

 

Für Giovanno Neigert wird die Spinne sowieso zu Unrecht diskriminiert. Dank des Hamster-Effekts stimmt ein Vorurteile für ihn schon mal nicht, nämlich, dass alle Spinnen ekelig sein. Es ist, zweitens, falsch, dass Vogelspinnen tödlich sind. Sie haben Gifte, mit denen sie ihre Beute lähmen und verdauen. Aber tödlich sind sie für Menschen nicht. Drittens: Die Welt wäre schöner ohne Spinnen. „Ganz falsch. Die Welt braucht Spinnen sehr wohl“, sagt Neigert. „Sie sind sehr nützliche Schädlingsbekämpfer.“ Und viertens: Alle Spinnen beißen. „Auch falsch“, sagt Neigert. „Die Tiere sind so primitiv, mit ihren sechs bis acht Augen können sie gerade mal Tag von Nacht unterscheiden.“ Wenn man sie aus dem Terrarium holt und auf der Handfläche laufen lässt, denken die halt, die Erde wackelt“, erklärt er. „Nur die Hand wegzeihen darf man nicht.“

 

Das ist auch der einzige Rat, den er gibt, als er die Spinne auf meine Hand krabbeln lässt. Das Tier streckt ein haariges Beinchen vor und als sie Halt auf meiner Haut findet, krabbelt sie weiter. Einatmen. Hand ruhig halten. Nicht wegrennen. Und dann…. es ist tatsächlich flauschig. Nur das grammostola spatulata ungefähr ein Zehntel des Gewichts eines Hamsters hat. Am Ende hat die Faszination die Angst tatsächlich besiegt. Und auch die Atmung geht eine halbe Stunde später wieder normal.

 

 

Weiße Liste der Spinnenhalter und Spinnenzüchter

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